14344936_1259569170754419_7669243138115959726_nGöndir Utanbrok

Als Sohn aus edlem Hause im fernen Sachsenland, ist der bärtige Geselle auf abenteuerlichen Wegen zu den Atrünnigen gestoßen. Aufgewachsen im geborgenen Hause der Eltern, ließ er sich schließlich auf eine Wette mit seinem Spielgefährten und Freund Bernhard II., später Herzog von Sachsen, ein.

Durch List und Tücke gewann er die Wette, die ihn im jugendlichen Leichtsinn seine Ehre vergessen ließ.

Doch als Bernhard II. zum Herzog von Sachsen ernannt wurde, war die Schmach noch nicht getilgt, sondern schwelte schon lange Jahre vor sich.

So geschah es, dass eines Nachts die Wachen der Burg, bestochen vom Herzog selbst, ihren Posten verließen und einer Bande übler Halsabschneider den Zugang öffneten. Diese zogen marodierend und brandschatzend durch die Festung, stets auf der Suche nach ihm und seinen Angehörigen.

Einzig den Donnerbalken im Ostflügel des Kellergewölbes, ein Ort unvergleichbarer Abgeschiedenheit, vergaßen sie bei ihrer Suche.

Als der Rauch sich verzog und der Morgen graute, waren auch die Räuber verschwunden. Doch sie hinterließen eine Spur der Verwüstung. Sämtliche Mitglieder des Hofes waren entweder erschlagen oder verschleppt worden. Nur der junge Edelmann stand vor einem Scherbenhaufen aus Asche und menschlichen Knochen.

Er wusste genau, dass sein Leben in Sachsen am seidenen Faden hing und so floh er auf einem alten Gaul, nur das Nötigste bei sich.

Nach drei Tagen und Nächten ohne Ruhepause schwand seine Vorsicht und gerade als er sich ein Nachtlager suchen wollte, hörte er ein seltsames Geräusch. Es klang wie Kirchengesänge, nur tiefer und enthusaistischer. Er folgte den Tönen und fand schließlich ein Lager der Nordmänner, die sich am Feuer mit Met und Gesang erwärmten.

Voller Furcht um sein Leben, wollte er die Flucht ergreifen und schnell das Weite suchen. Doch ohne es zu merken, hatte sich ihm ein junger Nordmann im Schutze der Dunkelheit angeschlichen. Widerstand war zwecklos.

Nicht lange dauerte es, bis er vor die Füße des kurzbärtigen Jarls geworfen wurde. Doch dieser wollte nicht seinen Münzbeutel, sondern seine Geschichte hören und nach ausschweifenden Ausführungen legte der Jarl kurzerhand seine Hand auf die Schulter des jungen Edelmannes.

Das Angebot, das Erik Harbardson ihm machte, konnte er nicht ausschlagen.

Als neuer Anwärter der Abtrünnigen gaben sie ihm Speis und Trank und einen warmen Platz am Feuer. Nach den dreitägigen Strapazen verschlang er gierig die milden Gaben und nachdem keiner der Nordmänner seinen alten Namen aussprechen konnte, nannte man ihn von da an Göndir. Der Verlust seiner Haare im Laufe der Jahre, brachte Göndir einen weiteren Beinamen ein, der an dieser Stelle aber lieber nicht erwähnt wird…

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