Birka, eine der größten Handelsstädte im Norden Europas, war wie jeden Tag erfüllt von Händlern und Reisenden aus aller Welt. Das Pulsierende Zentrum des Skandinavischen Handels wurde erdrückt von dem Andrang fremder Kulturen und deren Gepflogenheiten. Es war schick geworden, sich mit einem exotischen Menschen einzulassen. Nicht auf die übliche Auswahl von Bauern oder Kriegern aus Norwegen, Schweden oder anderen Königreichen zurück zu greifen, sondern Reiz bei jenen zu suchen, die aus den südlich liegenden Christenländern stammten.

Meen hatte das große Pech dem bürgerlichen Adel Birkas anzugehören und sich desshalb derartigen Fragen stellen zu müssen. Auch wenn ihr Interesse an jungen Männern sich eigentlich noch im Zaum hielt, bestanden ihre Eltern darauf, für ihre Tochter einen angemessenen Gemahlen auszuwählen. Ein verfetterter und barbarisch anmutender Däne war nicht gerade das, was sie sich von einer baldigen Vermählung erhoffte. Lieber blieb sie ein Lebenlang allein, als einen schmierigen Dänenfürst zu heiraten und in dessen Loch ein tristes Dasein zu fristen. Viel zu gelegen kam ihr das Angebot eines reisenden Händlers mit ihm auf ferne fahrten gen Süden zu kommen. Dort würde sie mit Sicherheit einen reichen Edelmann der Franken oder anderer Völker kennen lernen.

Zum Unglück aller Beteiligten hatte eben jener Händler Harbardson um eine ganze Ladung persischer Teppiche betrogen. So war es letztendlich kein Wunder, dass in der Nacht vor dem nächsten Auslaufen seiner Schiffe, die Abtrünnigen über die Güter des trügerischen Händlers her fielen. Aus Bequemlichkeit bereits an Bord eines der Schiffe schlafend, fand Meen ihren exotischen Prinzen nicht in fremden Landen, sondern bei dem Überfall der Abtrünnigen.

Und auch wenn ihr freies Geleit zu ihrer Familie zugestanden wart, lies sie sich dennoch darauf ein, das Leben der Abtrünnigen zu führen, bei ihrem Flummy.