Embla Gudrunsdóttir

Embla Gudrunsdóttir und Erik Harbardson kannten sich schon von Kindestagen an, da sie aus dem gleichen namenlosen Dorf in Island stammten und in den kurzen nordischen Sommern oft gemeinsam im Wald gespielt, oder auf das Vieh geachtet hatten.

Nachdem Erik bereits in seiner Jugend in die Ferne zog, blieb Embla allein bei ihren Eltern zurück. Ihr Vater, ein erfolgreicher und zielstrebiger Kaufmann, den der Handel bis ins ferne Spanien trieb, nahm seine Tochter hin und wieder auf seine Handelsreisen mit.

Die fremden Kulturen und unterschiedlichen Sprachen, die sie dort kennenlernen durfte, beeinflussten ihre Entwicklung sehr. Die wenigen Monate, die sie in ihrer Heimat verbrachte, half sie ihrer Mutter bei der Haushaltsführung und der Ernte. Die Jahre vergingen und Embla wuchs zu einer kleinen, aber starken, selbstbewussten Frau heran, die neben dem Nähen und Nadelbinden auch stets ihre kämpferischen Fähigkeiten trainiert hatte.
Als ihr Vater auf einer seiner vielen Reisen sein Handeslgut in Haithabu anzupreisen gedachte, war es wieder soweit, dass Embla ihn begleiten sollte, um die Bücher zu führen und so manchen Preis nach oben zu treiben. An jenem verhängnisvollen Abend, die nächste Runde des goldenen Mets erwartend, konnte sie ihren Augen nicht trauen:

Jahre nachdem Harbardson seinen alten Kammeraden Nicolaus in Haithabu getroffen hat, beschloss er eben jene verruchte Gaststätte erneut aufzusuchen. So saß er, einen großen Humpen voll Met in der Hand, erwartungsvoll in den großen Hauptraum der Schenke blickend. Doch was er erblickte, ließ sein Herz erstarren.

So erblickte sie ihren alten Freund aus Kindertagen und dachte die Götter würden ihr einen Streich spielen. So viele Jahre waren vergangen, so viele Geschichten, die sie von ihren Spielgesellen gehört hatte und doch nie ganz glauben konnte. Berühmt und berüchtigt war der Name Harbardson, doch nie hatte sie geglaubt, dass es sich dabei um jenen freundlichen Jungen aus ihrer Nachbarschaft handelte.

Dieser Abend sollte das Leben der beiden für immer verändern, denn zwischen den beiden knisterte es sofort. So entschloss sich Erik dazu, Embla auf seine nächsten Reise einzuladen. Sie war die Erste, die den ungestümen Wikinger den Kopf zurecht rücken konnte und wurde schnell zur Frau des Kommandanten.

Seit dem haben die beiden gemeinsam viele Schlachten geschlagen und so manche Hürde gemeinsam überwunden.

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