Adalhar der Grausame

Adalhar

Adalhar, auch bekannt als der Grausame, stammt aus Adlhershusen, in der Nähe der Domstadt Freysingen. Der nach dem Gründer des Ortes benannte Bauer konnte nach dem Einfall der Ungarn seinen Zehnten nicht mehr bezahlen und lehnte sich auf gegen die kirchliche Vorherrschaft in seinem Lande.

Als Zehntpreller von der Gesellschaft verstoßen machte er sich auf den Weg nach Norden. Dort hatte er gehört, gab es noch Gebiete, die vollkommen frei von der ihm verhassten Christianisierung waren.

Sein Leben brauchte keinen Gott oder die Verheißung eines Paradieses nach dem Tode, sondern einen diesseitigen Sinn und eine Aufgabe.

Auf seiner Reise gen Norden, blieb ihm stets seine Art erhalten, gegen den Strom zu schwimmen. Und so trug es sich zu, dass er eines Nachts, als alles still war, seine Schäferpfeife zur Hand nahm und eine tänzelnde Melodie aus dem Dudelsack presste.

Zufälligerweise vernahmen genau diese penetranten Töne die Schar der Abtrünnigen. Irritiert von dem seltsamen Pfeifen das sein Instrument erzeugte, suchten sie nach dessen Ursprung. Adalhar schaute nicht grade wenig verdutzt, als er den Haufen der heidnischen Krieger vor sich auftauchen sah. Das kleine Feuer das ihn wärmte, reichte nur aus, um ansatzweise die Gesichter der grimmigen Gesellen zu erhellen.

Erfüllt von Angst fragte er die Fremden, was sie denn von ihm wollten. Da trat ein großer Mann mit kurzem Bart hervor und sprach in gebrochenem Mitteldeutsch: „Noch ein Lied spielen, bitte!“

Adalhar war sich in diesem Moment nicht bewusst, dass Erik Harbardson vor ihm stand, Anführer der gefürchteten Abtrünnigen. Doch als eben dieser ihn dazu aufforderte die Gruppe auf ihrer Reise zu begleiten, sagte ihm eine Stimme aus seinem Herzen, dass dies der Weg seiner Zukunft war.

Seit vielen Jahren begleitet Adalhar nun die Abtrünnigen auf ihren Wegen und macht sich neben seiner Flötenkunst auch als kluger Berater und stets lustiger Geselle bewährt.

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